Franziska Koch verteidigt Meistertrikot im Straßenrennen – Thüringerin Jakob U19-Meisterin
Das war das perfekte Wochenende für Franziska Koch. 24 Stunden nach ihrem Sieg im Einzelzeitfahren gewann die 25-Jährige auch das Meistertrikot im Straßenrennen, ihr drittes in Folge. Nach 109,2 km war Koch im Sprint einer Vierergruppe die schnellste und verwies Liane Lippert und Justyna Czapla auf die Plätze.
„Kühlen, kühlen, kühlen,“ das riet Lisa Brennauer, ehemalige Spitzenathletin im deutschen Radsport und am Samstag als Kommentatorin für den MDR im Einsatz, den Teilnehmerinnen der Deutschen Straßenmeisterschaft. Temperaturen von 38 Grad sorgten in Bad Liebenstein für extreme Bedingungen und machten das Rennen der Frauen zu einem Ausscheidungsfahren. Am Ende erreichten nur 34 Fahrerinnen das Ziel.
Wegen des Rennunfalls am Vormittag im Rennen der U17, der für eine Rennunterbrechung sorgte, verzögerte sich der Start der Frauen um eine Stunde. Das Rennen wurde aber ohnehin wegen der extremen Temperaturen um eine Runde verkürzt.
Erste Spitzenreiterin des Tages war Justyna Czapla (Canyon SRAM), die sich in der zweiten Runde aus dem Feld lösen konnte. Czapla hatte am Freitag in Streufdorf ihren Titel im Einzelzeitfahren der U23 erfolgreich verteidigt und fuhr im Stil eines Zeitfahrens einsam an der Spitze. Mit fast zwei Minuten Vorsprung führte sie das Rennen nach der zweiten Runde an.
Danach machten sich die Top-Favoritinnen der Meisterschaft auf die Verfolgung: Titelverteidigerin Franziska Koch (FDJ United-Suez), die dreifache Meisterin Liane Lippert (Movistar), die Giro-Zweite Antonia Niedermaier (Canyon SRAM) und die Gravel-Spezialistin Nele Laing vom Pulheimer SC. Das Quartett konnte in Runde drei den Vorsprung auf eineinhalb Minuten und Ende der dritten von insgesamt vier Runden auf unter eine Minute verkürzen. Dahinter jagten Rosa Klöser (Canyon SRAM) und Karoline Goldschmidt (REMBE rad-net women) und suchten den Anschluss an das hochklassige Verfolger-Quartett.
In der letzten Runde konnte Nele Laing nicht mehr mithalten und fiel zunächst zurück, konnte sich aber wieder herankämpfen, fiel aber im weiteren Verlauf des Rennens endgültig zurück. Der Vorsprung .von Czapla schmolz auf 45 Sekunden und 15 km vor dem Ziel war die Soloflucht des Talents aus Schwabach beendet. 70 km hatte sie allein an der Spitze gekämpft und hielt im Finale noch mit den drei Verfolgerinnen mit!
Zu Viert ging es auf die letzten Kilometer. In einem spannenden Sprint hatte Titelverteidigerin Franziska Koch die schnellsten Beine und verwies Liane Lippert, Justyna Czapla und Antonia Niedermaier auf die Plätze. Für Koch war es der dritte Titel in Folge und der zweite innerhalb von 24 Stunden. Erst am Freitag holte sie sich auch das Meistertrikot im Einzelzeitfahren. Die 25-Jährige aus Mettmann blickt auf eine phantastische Saison zurück. Im April gewann sie als erste Deutsche den Klassiker Paris-Roubaix. Und jetzt holte sie gleich zwei Meistertitel in Folge.
Amandine Jakob vom RSC Waltershausen-Gotha ist neue deutsche Meisterin im Einer-Straßenfahren der weiblichen U19. .Sie setzte sich nach 81 Kilometern im Sprint einer ehemaligen Fünfer-Gruppe durch und verwies Klara Dworatzek (SSV Gera 1990) und Edda Bieberle (RSV Osterweddingen) auf die Plätze.
Reaktionen
Franziska Koch: „Es war ein mega harter Tag. Canyon hat seine Karten gut gespielt. Das Rennen war dann auch sehr schnell, trotz der Hitze. Ich habe jede Runde mindestens zwei Flaschen getrunken.“
Liane Lippert: „Der Sprint ist ja immer eine taktische Sache. Ich habe nicht den perfekten Moment erwischt, aber ich wusste ja wie sprintstark Franzi ist und habe es probiert.“
Justyna Czapla: „Wir hatten mit dem Team geplant, das Rennen schwer zu machen und so oft wie möglich zu attackieren, um die Konkurrenz zu schwächen. Ich habe aber nicht erwartet, dass ich so lange vorn fahren würde. Zum Schluss war es dann sehr schwer.“
Amandine Jakob: „In der letzten Runde hat Leni Burger mehrfach attackiert, aber ich bin sehr spurtstark und bin im Finale einfach losgefahren.“